Informieren – verstehen – stabilisieren


„Mut tut gut!“ ist unser zehnwöchiges Trainingsprogramm für erwerbslose Frauen, in dem die Teilnehmerinnen lernen können, ihre psychische Gesundheit und damit sich selbst zu stärken. Im Verlauf des Kurses lernen sie, ihre persönliche Situation realistisch einzuschätzen und konkrete nächste Schritte zu planen.
Wir informieren über wesentliche Hintergründe von Ängsten, Depressionen und den Umgang mit Krisen. Wir vermitteln Methoden, die den Teilnehmerinnen dabei helfen, sich selbst und ihre Stärken wahrzunehmen, Gedankenmuster zu erkennen, ihre Gefühle zu akzeptieren und vorhandene Defizite besser auszugleichen. Dazu gehört auch die eigene Körperwahrnehmung, die wir mit Bewegungs- und Entspannungsübungen und mit Übungen für Atem und Stimme stärken. Die Gruppe bietet eine gute Möglichkeit, sich wieder im Kontakt mit anderen zu üben und einen Schritt aus der Isolation heraus zu gehen.

Kooperation mit den JobCentern

Das Projekt ist eine Maßnahme im Rahmen der Förderung von kommunalen sozialen Begleitmaßnahmen der Landeshauptstadt Kiel im Zusammenhang mit dem SGB II. Teilnehmen können Frauen, die ALG II beziehen und die eine Zuweisung durch ihr zuständiges JobCenter, den sogenannten Pendelbrief, erhalten haben. Pro Jahr bieten wir drei Kurse für jeweils zwölf Frauen an. Jeder Kurs findet an drei Vormittagen pro Woche statt, dazu gibt es fünf begleitende Einzelgespräche und ein Nachtreffen.

Rechtzeitig vor Kursbeginn führen wir mit jeder interessierten Frau ein Vorgespräch. Wir erklären, worum es in dem Kurs genau geht, beantworten ihre Fragen und gehen auf mögliche Bedenken ein. Abschließend entscheiden wir gemeinsam, ob der Kurs für sie und ihre Bedürfnisse das Richtige ist. Die Teilnahme ist immer freiwillig.


Externe Evaluation zur Überprüfung der Wirksamkeit des Kursangebotes

Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau hat in den Jahren 2011 bis 2013 eine Evaluation des Kursprogramms durchgeführt. In dieser Zeit wurden in insgesamt sechs Kursdurchläufen Fragebogenhefte mit einer Mischung aus standardisierten und selbst entwickelten Fragebögen zu drei Messzeitpunkten (Beginn, Ende und ca. 6 Wochen nach Beendigung des Kurses) eingesetzt.

In der Studie wurde u.a. untersucht, ob und wie stark sich durch die Teilnahme am Kurs die psychische Gesundheit, insbesondere das Selbstwertgefühl und die Depressivität, die Selbstregulationsfähigkeit, die Körperwahrnehmung und die Inanspruchnahme von sozialer Unterstützung verändern.

Die Wirksamkeit des Angebotes wurde in den meisten der angestrebten Zielbereiche durch die Studie belegt. Die Ergebnisse belegen auch die gute inhaltliche und methodische Qualität des Konzeptes.

Es wurden folgende standardisierte Messinstrumente eingesetzt:

Skalen des Trierer Persönlichkeitsfragebogens (TPF; Becker, 1989),

Skalen des Emotionalen Kompetenz-Fragebogens (EKF; Rindermann, 2009),

Kentucky Inventory of Mindfulness Skills Short (KIMS-Short; Höfling, 2010),

Skala aus Berliner Social Support Skalen (BSSS; Schwarzer & Schulz, 2000)

Genauere Informationen finden Sie unter

http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/mut-tut-gut/.